
Cloud-Anbieter in Deutschland: Vertragslogik statt Preislisten-SEO
Hetzner, Netcup und IONOS sauber vergleichen: nur mit offizieller Preis- und Produktlogik, getrennt nach VPS, Cloud Server, Dynamic Cloud und Storage. Dieser Leitfaden priorisiert belastbare Vertragsmodelle statt SEO-Listen mit unklaren Zahlen.
Diese Seite macht Rechenannahmen, Quellenlage und Aktualität transparent. Für Methodik, Korrekturen und unseren Umgang mit Automatisierung siehe Redaktionsgrundsätze.
Warum die meisten Cloud-Vergleiche schon in der Methodik scheitern
Cloud-Vergleiche werden meist unbrauchbar, bevor überhaupt der erste Preis auftaucht. Typische Fehler sind immer dieselben: Netto und Brutto werden vermischt, Aktionspreise werden wie Standardpreise behandelt, monatlich kündbare Tarife landen neben 24-Monats-Angeboten und Storage-Produkte werden gegen Compute-Produkte gerechnet.
Für diese Seite wurden deshalb nur Punkte aufgenommen, die sich direkt auf offiziellen Produktseiten oder offiziellen Hersteller-/Provider-Dokumenten verifizieren lassen. Das Ergebnis ist absichtlich weniger glatt als typische Preislisten-SEO, aber betrieblich viel belastbarer: Du kannst nachvollziehen, was genau verglichen wird, zu welchem Vertragsmodell und mit welcher Einschränkung.
Die Leitfrage lautet also nicht "Welcher Anbieter ist am billigsten?", sondern "Welches Produktmodell deckt meinen Workload ab, ohne dass ich Vertrag, Steuerlogik, Public-IP-Regel oder Zusatzkosten falsch lese?"
Erst dieselbe Produktklasse vergleichen, dann erst den Preis
Die offiziellen Anbieterseiten zeigen sehr klar, dass unter dem Oberbegriff "Cloud" verschiedene Produktklassen laufen. Wer sie in eine einzige Liste zwingt, baut einen Vergleich, der schon im Ansatz schief ist.
| Produktklasse | Wofür sie gedacht ist | Beispiel aus offizieller Quelle | Warum sie nicht blind austauschbar ist |
|---|---|---|---|
| klassischer VPS | feste VM-Größe mit planbaren Ressourcen | Netcup VPS 500 G12, IONOS VPS M | Vertragsmodell und Zusatzkosten können stark variieren |
| Cloud Server | VM plus Cloud-Funktionen wie Volumes, Snapshots, Firewalls, private Netze | Hetzner CPX22 | Public-IP-Logik und Zusatzbausteine gehören zur Rechnung dazu |
| Dynamic Cloud | stärker nutzungs- oder stundengenau orientiertes Modell | IONOS Dynamic Cloud Server Basic Cube S | anderer Abrechnungs- und Skalierungspfad als ein klassischer VPS |
| Storage-only | dateibasierter Off-Site-Speicher oder Backup-Ziel | Hetzner Storage Box BX21 | kein allgemeiner VM-Ersatz für Container, VMs oder Webdienste |
Genau deshalb ist ein Storage-Produkt nicht "günstiger Cloud-Server" und ein Dynamic-Cloud-Angebot nicht automatisch mit einem VPS identisch. Die saubere Vergleichseinheit ist immer gleiche Produktklasse, ähnliche Ressourcen, gleiche Steuer- und Vertragsbasis.
Öffentliche Erreichbarkeit ist Teil des Produkts und kein nachträgliches Detail
Compute ohne Netzlogik sauber zu lesen ist im Self-Hosting fast unmöglich. Gerade für produktive kleine Dienste entscheidet die Frage nach Public Reachability oft früher über die Eignung als die nackte vCPU-Zahl.
| Anbieter / Modell | Offiziell belegbarer Netzwerkanker | Warum das kaufrelevant ist |
|---|---|---|
| Hetzner Cloud Server | öffentliche IPv4- und IPv6-Adressen sind nicht mehr standardmäßig enthalten; für Internetverbindung ist eine Primary IP nötig | öffentliche Dienste brauchen einen bewussten IP-Schritt und nicht nur eine gestartete VM |
| Netcup VPS hourly | IPv4+IPv6, IPv6-only oder kein Public Network mit Cloud vLAN only sind offiziell auswählbar | die Reachability lässt sich enger an Test-, Privat- oder Public-Workloads anpassen |
| Storage-only | eigene Speicherproduktlogik statt allgemeiner VM-Netzlogik | Off-Site-Storage darf nicht stillschweigend wie ein Public Server behandelt werden |
Einordnung: Ein scheinbar günstiger Tarif kann für einen öffentlichen Dienst trotzdem der falsche Kauf sein, wenn Reachability, IP-Logik oder Zusatzkosten nicht zu deinem Workload passen.
Verifizierte Angebotsanker: was die offiziellen Seiten aktuell wirklich sagen
| Anbieter | Verifizierter Einstiegspunkt | Abrechnungslogik | Wichtiger Hinweis |
|---|---|---|---|
| Hetzner | CPX22 mit 2 vCPU, 4 GB RAM und 40 GB SSD für 7,99 € pro Monat exkl. MwSt. laut offizieller Preisänderungsmitteilung ab 1. April 2026 | monatlich, netto | laut Cloud-Server-Übersicht sind öffentliche IPv4-/IPv6-Adressen nicht mehr standardmäßig enthalten |
| Netcup | VPS 500 G12 ab 4,87 € pro Monat inkl. MwSt. im 12-Monats-Vertrag oder 0,008 € pro Stunde, VPS 1000 G12 ab 8,45 € pro Monat oder 0,013 € pro Stunde | Regular Rates mit 12 Monaten oder stündliches Modell, je nach Produktpfad | die offizielle VPS-Seite hebt zusätzlich API, Firewall, Image Management und Remote Console hervor |
| IONOS VPS | VPS XS mit 1 € pro Monat monatlich kündbar plus 10 € Einrichtung; VPS M mit 3 € pro Monat für 24 Monate plus 10 € Einrichtung | Bruttopreise, je nach Tarif monatlich oder 24 Monate | der niedrige Monatsbetrag ist ohne Laufzeit und Einrichtungskosten nicht fair lesbar |
| IONOS Dynamic Cloud | Basic Cube S mit 2 vCPU, 4 GB RAM und 120 GB SSD für 0,013 € pro Stunde oder 9,36 € pro 30 Tage | Pay-as-you-go / 30-Tage-Logik | anderes Produktmodell als die klassischen VPS-Tarife derselben Marke |
Lesart: "Günstiger" ist hier kein absoluter Wert. Ein monatlich kündbarer VPS XS von IONOS, ein stundengenaues Netcup-VPS, ein Hetzner-Cloud-Server mit separater Public-IP-Logik und ein Dynamic-Cloud-Server mit Stundenpreis lösen unterschiedliche Beschaffungsprobleme.
Vier Vertragsdetails, die deine TCO stärker verändern als der Startpreis
1. Netto oder Brutto? Hetzner dokumentiert die hier geprüften Cloudpreise netto. Netcup und IONOS zeigen die genannten VPS-Preise inklusive Mehrwertsteuer. Ohne dieselbe Steuerbasis ist jeder "günstigster Anbieter"-Vergleich wertlos.
2. Setup-Gebühr ja oder nein? Bei IONOS steht die Einrichtungsgebühr von 10 € direkt in der offiziellen VPS-Logik. Das verändert die reale Einstiegssumme spürbar, besonders bei kurzen Nutzungsdauern.
3. Ist eine öffentliche IP enthalten? Hetzner weist in der Cloud-Server-Übersicht ausdrücklich darauf hin, dass öffentliche IPv4- und IPv6-Adressen nicht mehr standardmäßig enthalten sind. Wer externe Erreichbarkeit braucht, darf diesen Punkt nicht überlesen.
4. Brauchst du wirklich dasselbe Abrechnungsmodell? Netcup trennt das stündliche Modell von den Regular Rates mit 12 Monaten. IONOS trennt klassische VPS-Tarife und Dynamic Cloud stärker auseinander. Hetzner dokumentiert Cloud Server mit eigenem Netz- und Public-IP-Modell. Das sind keine Marginalien, sondern Architekturentscheidungen.
Serverpreis ist nicht gleich Zustands-, Volume- oder Backup-Preis
Ein besonders teurer Denkfehler ist, den Compute-Preis zu lesen und daraus automatisch auf den gesamten Datenpfad zu schließen. Die Hetzner-Dokumentation macht diese Grenze ausdrücklich sichtbar: Server-Backups und -Snapshots enthalten angehängte Volumes nicht. Genau damit wird klar, dass Compute, Zusatz-Storage und Restore-Pfad getrennte Ebenen sind.
| Baustein | Was er leistet | Warum das in deine TCO gehört |
|---|---|---|
| Serverinstanz | liefert Compute und Produktlogik für den laufenden Dienst | ein günstiger Einstiegspreis sagt noch nichts über vollständigen Zustands- oder Restore-Schutz |
| Volume / Zusatz-Storage | erweitert den Datenpfad, aber mit eigener Schutzlogik | wenn Snapshots oder Backups Volumes nicht einschließen, brauchst du einen separaten Sicherungsplan |
| Storage-only-Produkt | liefert Off-Site- oder Speicherfunktion, aber keinen allgemeinen Compute-Knoten | oft der richtige Backup-Baustein, aber kein Ersatz für produktive Recheninstanzen |
Gerade für Self-Hosting ist das entscheidend. Ein "billiger Cloud-Server" wird rechnerisch schnell teuer, wenn Volumes, Public Reachability und getrennte Backups erst nach dem Kauf sichtbar werden.
Compute ist nicht Storage: warum eine Storage Box nicht in denselben Preisvergleich gehört
Ein häufiger SEO-Fehler ist, Backup- oder Storage-Produkte als "günstige Cloud" in dieselbe Tabelle wie VPS und Cloud Server zu packen. Hetzner zeigt selbst sehr klar, dass die Storage Box eine eigene Produktklasse ist. Für die BX21 werden offiziell 5 TB Speicher, 20 Snapshots und 10,90 € pro Monat exkl. MwSt. ausgewiesen.
Das kann ein sehr sinnvolles Off-Site-Ziel für Backups sein, ist aber eben kein allgemeiner Rechenknoten. Auf einer Storage Box planst du keinen Docker-Host, keinen kleinen Hypervisor und keine Web-App wie auf einem VPS oder Cloud Server. Wer Storage und Compute unter derselben Überschrift bewertet, vergleicht nicht billiger gegen teurer, sondern Backup-Ziel gegen Recheninstanz.
Gerade für Self-Hosting-Entscheidungen ist diese Trennung extrem wertvoll: Compute, Storage und Off-Site-Backup sollten zwar zusammen in die TCO-Betrachtung, aber nicht als ein einziger "Cloudpreis" missverstanden werden.
Welcher Anbieter passt zu welchem Workload? Nur als Inferenz aus den offiziellen Modellen
Einordnung: Die folgende Zuordnung ist bewusst eine Inferenz aus den offiziell dokumentierten Preis-, Vertrags- und Produktmodellen, nicht aus Affiliate-Rankings.
- Hetzner passt häufig dann gut, wenn du Cloud-Server-Logik mit Zusatzbausteinen wie privaten Netzen, Volumes und Snapshots bewusst nutzen willst und mit separater Public-IP-Logik sauber umgehen kannst.
- Netcup ist interessant, wenn du ein klassisches VPS mit dokumentierter Stundentarifierung, ohne wählbare Mindestlaufzeit und mit klar benannten Betriebsfunktionen wie API oder Remote Console suchst.
- IONOS VPS lohnt sich vor allem dann, wenn du den niedrigen Einstiegspreis gezielt in Relation zur Einrichtungsgebühr und zur Laufzeit bewertest. Für Langläufer kann das attraktiv sein; für kurze Tests oft weniger.
- IONOS Dynamic Cloud ist relevanter, wenn du ausdrücklich ein anderes Abrechnungsmodell willst als den klassischen VPS-Korridor.
- Storage Box oder vergleichbare Speicherprodukte sind kein Ersatz für Compute, aber oft der sinnvollere Baustein für Backup und Off-Site-Aufbewahrung.
Die saubere Entscheidung entsteht daher nicht aus einem pauschalen "Sieger", sondern aus einer Matrix aus Workload, Vertragsdauer, Public-Reachability, Backup-Pfad und Automatisierungsbedarf.
Pilot, Langläufer oder Off-Site-Baustein: erst die Rolle festlegen, dann buchen
| Rolle | Worauf du zuerst achten solltest | Warum das die Anbieterauswahl verschiebt |
|---|---|---|
| kurzer Pilot oder Testdienst | Stundenmodell, Setup-Gebühr und fehlende Langzeitbindung | ein niedriger Monatswert mit Einrichtungsgebühr oder Bindung kann für kurze Tests die schlechtere Wahl sein |
| länger laufender öffentlicher Dienst | IP-Logik, Volumes, Snapshots, private Netze und Zusatzbausteine | ab hier schlägt die Produktarchitektur oft stärker durch als der Einstiegspreis |
| Backup- oder Off-Site-Rolle | Storage-Produkt, Protokollpfad und Datenhaltung statt allgemeiner Compute | hier ist ein separates Speicherziel fachlich oft besser als eine weitere VM |
Einordnung: Diese Rollentrennung ist keine Providerwertung, sondern eine Beschaffungslogik. Sie verhindert aber sehr zuverlässig, dass Test-VM, Public Host und Off-Site-Backup in dieselbe vermeintliche "Cloud"-Spalte gedrückt werden.
Exit- und Migrationslogik: der zweite Wechsel entscheidet, ob der erste Kauf sauber war
Viele Vergleiche enden beim Checkout. Betrieblich relevant wird ein Cloud-Kauf aber oft erst dann, wenn du migrieren, einen Fehlerfall überstehen oder einen Anbieter wieder verlassen musst. Genau dort zeigt sich, ob du eine Plattform gebucht oder nur einen niedrigen Einstiegspreis gekauft hast.
| Prüffrage | Warum sie vor dem Kauf beantwortet sein muss | Typische Folge bei schlechter Vorbereitung |
|---|---|---|
| Ist dein öffentlicher Dienst an eine konkrete IP-Logik gebunden? | Hetzner trennt Public Reachability über Primary IPs explizit vom Server; Netcup und IONOS haben andere Netz- und Vertragslogiken | beim Umzug fehlen DNS-, Firewall- oder Reverse-Proxy-Vorbedingungen |
| Liegt dein Wiederanlauf nur in plattformeigenen Snapshots? | Plattform-Backups und Snapshots sind sehr nützlich, aber sie ersetzen keinen providerneutralen Restore-Pfad | du kannst denselben Zustand oft nur innerhalb derselben Plattform bequem wiederherstellen |
| Sind Volumes, Daten und Off-Site-Backups getrennt geplant? | Hetzner dokumentiert ausdrücklich, dass Server-Backups und -Snapshots angehängte Volumes nicht einschließen | beim Exit fehlt ausgerechnet der Datenpfad, der fachlich am wichtigsten ist |
| Ist die Vertragslogik für einen Kurztest oder für Dauerbetrieb passend? | Setup-Gebühr, Stundentarif und Mindestlaufzeit verschieben die echte TCO stärker als die Startzahl | ein Testdienst wird unnötig teuer oder ein Langläufer unnötig unflexibel |
Inferenz aus den offiziellen Produktmodellen: Wenn du für produktive Zustände nur plattformeigene Backups einplanst, dann brauchst du zusätzlich einen zweiten, unabhängigen Sicherungspfad. Genau dort greifen Backup-Strategie 3-2-1 und NAS vs. Cloud praktisch ineinander: Erst der getrennte Restore-Weg macht aus Cloud-Compute eine belastbare Betriebsentscheidung.
Vor der Buchung braucht jeder Cloud-Workload eine kleine Beschaffungsfreigabe
Ein seriöser Cloud-Kauf ist nicht nur ein Preisvergleich, sondern eine Beschaffungsfreigabe aus Vertragsmodell, Reachability, Datenpfad und Exit-Bild. Diese Freigabe ist genau das Gegenmittel gegen Preislisten-SEO.
| Freigabefeld | Was schriftlich feststehen sollte | Womit du den Punkt absicherst |
|---|---|---|
| Produktklasse | ob du wirklich VPS, Cloud Server, Dynamic Cloud oder Storage-only beschaffst | Cloud-Preise Deutschland nur als Klassengerüst, nicht als Siegerliste |
| Vertrags- und Steuerbasis | netto oder brutto, Stundenmodell, Monatslogik, Laufzeit und Setup-Gebühr | TCO-Rechner statt bloßer Monatszahl |
| öffentliche Erreichbarkeit | ob der Dienst Public-IP, DNS, Reverse Proxy oder nur privaten Netzpfad braucht | Reverse Proxy und das eigene Betriebsblatt für IP- und DNS-Abhängigkeiten |
| Zustands- und Backup-Pfad | ob produktive Daten auf Root-Disk, separatem Volume oder auf eigenem Storage-Ziel liegen | Backup-Strategie 3-2-1 vor der Buchung, nicht danach |
| Exit-Fenster | wie viele Daten oder Images du im Providerwechsel real ziehen musst | Transfer-Rechner für das Migrationsfenster |
Wenn diese fünf Felder dokumentiert sind, wird aus "Welcher Anbieter ist billiger?" die fachlich richtige Frage: Welcher Produktpfad ist für genau diesen Workload beschaffungsreif?
Abnahme nach der Bereitstellung: ein gebuchter Server ist noch keine freigegebene Plattform
Ein Cloud-Server gilt nicht deshalb als "eingerichtet", weil Login, Ping und Paketmanager funktionieren. Für produktive oder öffentlich erreichbare Dienste brauchst du eine Abnahme nach Bereitstellung, die denselben Fehlern vorbeugt wie eine saubere On-Prem-Abnahme: falsche Erreichbarkeit, unklarer Backup-Pfad, übersehene Zusatzkosten und nicht dokumentierte Wiederanlaufwege.
- Erreichbarkeit prüfen: Ist der Dienst intern, öffentlich oder nur über VPN bzw. private Netze vorgesehen? Die gebuchte Netzlogik muss exakt dazu passen.
- IP- und DNS-Pfad dokumentieren: Wenn ein öffentlicher Dienst geplant ist, müssen Primary-IP-, DNS- und gegebenenfalls Reverse-Proxy-Schicht zusammen geprüft werden.
- Volume- und Backup-Grenze dokumentieren: Hängen produktive Daten auf einem separaten Volume, braucht dieses einen eigenen Sicherungs- und Restore-Pfad.
- Abrechnungsbasis festhalten: Netto oder brutto, Stundenmodell oder Vertragslaufzeit, Einrichtungsgebühr, Zusatz-IP, Storage und Backup gehören ins gleiche Betriebsblatt.
- Wiederanlauf testen: Nicht nur Snapshot oder Plattform-Backup aktivieren, sondern mindestens einmal den echten Restore-Pfad für Konfiguration und Daten durchspielen.
Diese Abnahme klingt unspektakulär, reduziert aber genau die Fälle, in denen eine scheinbar günstige Cloud später wegen Reachability, Zusatz-Storage oder Backup-Lücken teuer wird. Ein sauberer Cloud-Kauf ist deshalb erst dann abgeschlossen, wenn Netzpfad, Datenpfad und Kostenpfad dokumentiert zusammenpassen.
Migration und Providerwechsel brauchen ein eigenes Zeit- und Zustandsblatt
Wer Cloud-Anbieter professionell vergleicht, muss auch den zweiten Umzug mitdenken. Sonst bleibt die Exit-Logik nur Theorie. Gerade bei produktiven Diensten solltest du vor dem ersten Launch wissen, welche Daten, Images und Konfigurationen im Zweifel providerneutral zurückkommen müssen.
| Bestandteil | Warum er beim Wechsel kritisch wird | Stopp-Signal |
|---|---|---|
| Root-Disk und Serverimage | Plattform-Backups sind oft providergebunden und nicht automatisch dein neutraler Rückweg | du hast nur Snapshot-Komfort innerhalb derselben Plattform, aber keinen unabhängigen Restore-Pfad |
| separate Volumes oder Storage | Compute und Datenpfad werden beim Wechsel oft zu zwei unterschiedlichen Migrationsprojekten | das Volume hängt betrieblich am Dienst, ist aber im Exit-Plan gar nicht beschrieben |
| DNS-, Firewall- und Public-IP-Pfad | ein Serverzugang allein macht noch keinen sauberen Public-Cutover | DNS oder Reverse-Proxy-Annahmen sind an die alte Plattform gebunden |
| Bandbreite und Zeitfenster | erst die realistische Rückholzeit entscheidet, ob dein Exit im Wartungsfenster überhaupt machbar ist | du kennst nur die Datenmenge, aber keine Transfer- oder Restore-Zeit |
Der praktische Nutzen dieser Tabelle ist direkt: Du kannst einen Providerwechsel als eigenen Betriebsfall behandeln, bevor er im Krisenfall improvisiert werden muss. Genau das macht aus einem günstigen Einstieg auch einen professionell beschafften Dienst.
Buchungscheckliste: diese sechs Fragen müssen vor dem Kauf beantwortet sein
- Vergleichst du wirklich dieselbe Produktklasse?
- Liegt der Preis netto oder brutto vor?
- Gibt es Setup-Gebühren oder befristete Aktionspreise?
- Ist eine öffentliche IP enthalten oder separat?
- Brauchst du stündliche Flexibilität, monatliche Kündbarkeit oder lange Bindung?
- Gehören Storage- und Backup-Kosten eigentlich separat in deine Rechnung?
Wenn du diese sechs Punkte vorab dokumentierst, wird aus "Cloud-Anbieter vergleichen" keine Marketingübung mehr, sondern eine saubere Beschaffungsentscheidung. Genau dort beginnt professionelle Kostenkontrolle.
Häufig gestellte Fragen
Welcher Anbieter ist laut Audit der billigste?
Die Frage ist ohne Produktklasse und Vertragsbasis nicht sauber beantwortbar. Ein IONOS-VPS kann nominal am günstigsten wirken, enthält aber je nach Tarif Laufzeitbindung oder Einrichtungsgebühr. Netcup kombiniert VPS-Preise mit Stundenmodell. Hetzner veröffentlicht Cloud-Server-Preise netto und trennt die Public-IP-Logik. Erst danach wird ein Preisvergleich belastbar.
Ist VPS dasselbe wie Dynamic Cloud?
Nein. Die offiziellen IONOS-Seiten behandeln beide Modelle getrennt. VPS und Dynamic Cloud haben eine andere Preislogik, oft auch eine andere Skalierungslogik. Wer beides unter einem Sammelbegriff vergleicht, verschleiert den eigentlichen Kosten- und Betriebsunterschied.
Ist bei Hetzner eine öffentliche IP standardmäßig enthalten?
Laut offizieller Cloud-Server-Übersicht nein: Öffentliche IPv4- und IPv6-Adressen sind nicht mehr standardmäßig enthalten. Wenn dein Dienst öffentlich erreichbar sein soll, gehört dieser Punkt explizit in die Beschaffungs- und TCO-Rechnung.
Kann ich aus dem Serverpreis direkt auf Backup- oder Zustandskosten schließen?
Nein. Compute, Volumes, Snapshots und Off-Site-Storage sind oft getrennte Produktbausteine. Hetzner dokumentiert beispielsweise ausdrücklich, dass Server-Backups und -Snapshots angehängte Volumes nicht einschließen.
Kann ich eine Storage Box wie einen günstigen Cloud-Server behandeln?
Nein. Eine Storage Box ist ein Speicherprodukt. Für Backups oder dateibasiertes Off-Site-Storage kann das ideal sein. Für Container, VMs oder allgemeine Server-Dienste ist es aber nicht dieselbe Produktklasse wie ein VPS oder Cloud Server.
Wann reicht ein Plattform-Backup nicht mehr aus?
Sobald fachlich wichtige Daten auf separaten Volumes liegen oder du einen providerneutralen Exit- und Restore-Pfad brauchst. Plattform-Backups sind wertvoll, aber sie ersetzen keinen unabhängigen Sicherungsweg für Daten, die du auch außerhalb derselben Produktlogik wiederherstellen können musst.
Welche drei Unterlagen sollte ich vor der Cloud-Buchung wirklich haben?
Eine Produktklassen- und Vertragsübersicht, ein Reachability- und DNS-Blatt sowie einen Daten- und Exit-Plan. Ohne diese drei Dinge bleibt ein Preisvergleich auch dann unvollständig, wenn alle Monatszahlen formal korrekt sind.
Verwandte Tabellen
Themenhubs für den nächsten Schritt
Diese Spezialseiten verbinden Einzelartikel, Tabellen und Rechner zu einer konsistenten Entscheidungslogik. Wenn du vom isolierten Problem zur belastbaren Systementscheidung weitergehen willst, starte hier.
Quellen & Primärdaten
- Hetzner Price Adjustment - Offizielle Preisänderungsmitteilung mit Cloud-Server- und Storage-Preisen ab 1. April 2026, darunter CPX22 = 7,99 € netto.
- Hetzner Cloud Servers Overview - Offizielle Dokumentation zu Volumes, Snapshots, privaten Netzen und Hinweis, dass öffentliche IPs nicht mehr standardmäßig enthalten sind.
- Hetzner Primary IPs Overview - Im Audit am 4. April 2026 erneut verifiziert: Ein Server benötigt für Internetverbindung eine Primary IP.
- Hetzner Volumes Overview - Im Audit am 4. April 2026 erneut verifiziert: angehängte Volumes sind nicht in Server-Backups und -Snapshots enthalten.
- Netcup VPS - Offizielle VPS-Übersicht mit VPS-500/1000-G12-Preisen sowie API-, Firewall-, Image-Management- und Remote-Console-Hinweisen.
- Netcup VPS 500 G12s vCore - Im Audit am 4. April 2026 erneut verifiziert: hourly billing, keine Mindestvertragslaufzeit für das stündliche Modell sowie Optionen für IPv4+IPv6, IPv6 only oder kein Public Network mit Cloud vLAN only.
- IONOS VPS - Offizielle VPS-Produktseite mit VPS XS/M/L/XL, Laufzeitlogik und Einrichtungsgebühr.
- IONOS Dynamic Cloud Server - Offizielle Produktseite für Dynamic Cloud Server als getrennte Produktklasse mit Stunden- beziehungsweise 30-Tage-Logik.
- Hetzner Storage Box - Offizielle Storage-Produktseite als Referenz für Storage-only statt Compute.